Rudi Schmitt gestorben: Ehemaliger Wiesbadener Oberbürgermeister prägte Stadtentwicklung

Rudi Schmitt gestorben: Ehemaliger Wiesbadener Oberbürgermeister prägte Stadtentwicklung
Rudi Schmitt gestorben: Ehemaliger Wiesbadener Oberbürgermeister prägte Stadtentwicklung | Bild: Foto: Joachim B. Weber

Die Landeshauptstadt Wiesbaden trauert um Rudi Schmitt. Der frühere Oberbürgermeister und Ehrenbürger starb am Freitag, 10. April, im Alter von 98 Jahren. Nach Angaben der Familie ist Schmitt in seinem Haus friedlich verstorben.

Würdigung durch die Stadt

Oberbürgermeister Gert Uwe Mende würdigte Schmitt als einen der prägenden Gestalter des modernen Wiesbadens. In Schmitts Amtszeit als Stadtrat von 1960 bis 1968 und als Oberbürgermeister von 1968 bis 1980 seien zahlreiche Bauprojekte realisiert worden, namentlich Schulen, Sporthallen und Bürgerhäuser. Darüber hinaus habe er die Stadtentwicklung, den öffentlichen Nahverkehr, das Kur und Kongresswesen sowie sozialen Wohnungsbau gefördert. Auch die Ansiedlung von Gewerbe, die Sicherung der Energieversorgung und der Aufbau von städtepartnerschaftlichen Beziehungen gehörten zu seinen Verdiensten.

Mende betonte, dass Schmitt bis zuletzt aktiv am gesellschaftlichen Leben teilgenommen habe. Bei seinem 98. Geburtstag am 8. Januar habe Schmitt geistig präsent und politisch auf der Höhe der Zeit gewirkt. Die Stadt verneige sich in Dankbarkeit vor seinen Verdiensten und spreche den Angehörigen ihr Mitgefühl aus.

Für sein Wirken war Schmitt 1995 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden. Zudem erhielt er die Ehrenplakette der Landeshauptstadt Wiesbaden und das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Politische und berufliche Stationen

Rudi Schmitt wurde am 8. Januar 1928 in Frankfurt am Main geboren. Nach seinem Studium arbeitete er von 1946 bis zu seiner Wahl in den Hessischen Landtag 1954 als Lehrer in Frankfurt. Er trat 1947 der SPD bei.

In Wiesbaden war Schmitt von 1960 bis 1968 Stadtrat und dort Schul und Sportdezernent, seit 1966 auch Kulturdezernent. Am 1. Februar 1968 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt und leitete die Verwaltung bis 1980.

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt zog Schmitt bis 1987 für zwei Legislaturperioden als direkt gewählter Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein. Er war 1959 Mitglied der 3. Bundesversammlung und 1984 Mitglied der 8. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten.

Auch im Roten Kreuz war Schmitt lange tätig. Von 1967 bis 1988 leitete er den DRK Kreisverband Wiesbaden und von 1988 bis 2001 war er Präsident des DRK Landesverbands Hessen.

Abschied und Gedenkangebote

Die Familie bat ausdrücklich um Ruhe und darum, von Medienanfragen abzusehen. Die Beisetzung soll im engsten Familienkreis stattfinden. Eine Gedenkveranstaltung der Landeshauptstadt wird zu einem späteren Zeitpunkt angesetzt, um der Bitte der Angehörigen Rechnung zu tragen.

Ab Dienstag, 14. April, 10 Uhr, wird im Foyer des Rathauses am Schlossplatz 6 für eine Woche ein Kondolenzbuch ausgelegt. An diesem Tag werden die Fahnenmasten am Rathaus mit Trauerflor versehen.

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